Rückblick
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IHK: Unternehmen müssen ihre Abwehr gegen Cyberangriffe stärken

Rund 350 Teilnehmer kamen zum siebten IT-Sicherheitstag NRW in der Stadthalle Hagen zusammen, um sich über Trends und Maßnahmen gegen Cyberkriminalität zu informieren und konkrete Tipps zum Thema Daten-, Informations- und IT-Sicherheit zu erhalten. 

„IT-Sicherheit ist keine Frage der Betriebsgröße oder der Branche. Sie betrifft alle Unternehmen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen und die Abwehrfähigkeit im Unternehmen zu stärken.“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer von IHK NRW – die Industrie- und Handelskammern in NRW, den Fachkongress für die mittelständische Wirtschaft.

In seinem Impulsvortrag nahm Dr. Christopher Nehring, Leiter Forschung des Deutschen Spionagemuseums, die Teilnehmer mit in die Welt der Geheimdienste. Von dort berichtete er Skurriles und Interessantes aus der Vergangenheit. So hatte der amerikanische Geheimdienst einer Katze aufwändig Abhörtechnologie implantiert. Auf diese Weise sollte sie Informationen über Botschafter und andere Persönlichkeiten liefern. Zwei Probleme traten auf: Niemand konnte garantieren, dass die Tiere sich im gleichen Raum aufhalten wie die Zielpersonen. Es wurde also schon damals viel Datenmüll produziert. Und: Die erste Katze konnte ihren Dienst nicht lange antreten: Sie wurde von einem Taxi beim ersten Einsatz überfahren.

Neben Mythen und unterhaltsamen Geschichten gab es auch wissenswerte Fakten, die auf den Betriebsalltag übertragbar sind: Informanten kommen häufig aus den eigenen Reihen. Eines der gängigsten Motive, sensible Daten weiterzugeben, ist die Unzufriedenheit mit dem eigenen Arbeitgeber. Für Dr. Nehring ein Hinweis darauf, dass die Arbeit an einem guten Betriebsklima auch als präventive Schutzmaßnahme gegen Datenverlust zu werten sei.

Aktuelle Bedrohungsszenarien und die passenden Abwehrstrategien für die nordrhein-westfälische Wirtschaft standen im Mittelpunkt des IT-Sicherheitstags NRW. Der Fachkongress bot vor allem mittelständischen Unternehmen Lösungen an, um den Datenschutz im eigenen Betrieb zu verbessern. Neben zielgerichteten Vorträgen, die nicht nur Basiswissen, sondern auch Detailkenntnisse vermittelten, stand die aktive Mitarbeit auf dem Programm. In Seminaren wurden rechtliche und technische Aspekte behandelt.

Abschließend beleuchtete Oberstleutnant Volker Kozok die dunkle Seite des Internets. In seinem Vortrag zeigte der Referent des Bundesministeriums der Verteidigung und ausgebildete IT-Forensiker, wie der Krieg um die Daten geführt wird: versteckte Serverräume, qualitätsgeprüfte Malware und das Ganze mit einem Serviceangebot, wie man ihm aus dem regulären Onlinehandel kennt. Die Professionalität der Kriminellen verdeutlicht, dass sich hier ein bedeutender Markt mit hohen Gewinnen entwickelt hat. Auch wenn absolute Sicherheit nicht zu gewährleisten ist, hilft aus Kozoks Sicht vor allem eines: ein gesundes Misstrauen, wenn einem etwas merkwürdig vorkommt. Dann sollten schnellstmöglich Experten zu Rate gezogen werden, die die Unregelmäßigkeiten überprüfen.

In einem speziellen Matching-Format konnten die Teilnehmer ihre konkreten Anliegen mit Experten besprechen. Ergänzt wurde der Kongress durch eine Fachausstellung mit 29 Unternehmen und Initiativen, die ihre Lösungen vorstellten und sich mit den Teilnehmern austauschten. Jan Borkenstein, IHK zu Essen

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